Medientipp Dezember 2019

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Film „Ayka“

Spieldauer: ca. 110 Min.

Zur Weihnachtszeit möchte ich Ihnen einen ganz besonderen Film empfehlen, der mich wirklich sehr beeindruckt und bewegt hat. Passend zur Jahreszeit spielt er im tief verschneiten, eisig kalten Moskau und handelt von der jungen Kirgisin Ayka (Samal Esljamowa), die illegal und völlig auf sich allein gestellt unter anderen Arbeitsmigrantinnen in der russischen Hauptstadt lebt. Der Film beginnt damit, wie sie ihr Kind nach der Geburt im Krankenhaus zurücklässt, da sie arbeiten muss, um sich am Leben zu erhalten und um Schulden zurückzuzahlen. Den ganzen Film über hetzt sie durch die düstere Stadt, die Kamera immer dicht bei ihr, wird von üblen Geschäftemachern um ihren Lohn gebracht, vom Vermieter ausgebeutet, von der Polizei gejagt, vom eigenen Körper im Stich gelassen, dem sie nach der Geburt keine Ruhe gönnt, immer auf der Suche nach einer Arbeit, die ihr hilft, ihre Schulden zu bezahlen. Die Zuschauer erleben ein höchst realistisches Sozialdrama mit einer genialen Schauspielerin, die einen unbändigen Überlebenswillen verkörpert. Zugleich wird eine Gesellschaft porträtiert, die sich einen feuchten Kehricht schert um Nächstenliebe oder Menschenwürde; was zählt, ist der eigene Reichtum, das persönliche Vorankommen um jeden Preis. In diesem Film gibt es nur einen kleinen Hoffnungsschimmer in Form einer Reinigungskraft, die Ayka unterstützt. Die Hauptdarstellerin erkennt am Ende, dass das einzige, was ihr geblieben ist, ihr neugeborenes Kind ist.

Bibliographische Angaben:
Titel: Ayka
Regie: Sergej Dvorcevoj
Original: Russland, Deutschland, Polen, Kasachstan, China, 2018
FSK: ab 6 Jahre

Den Film finden Sie im Untergeschoss im Bereich Erwachsenen-DVDs unter DVD-S/Drama /Wack.
Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserem Dienststellenleiter Jörg Weinreich, u. a. Lektor für Belletristik Erwachsene, Erwachsenen-Spielfilme und Comics bzw. Graphic Novels für Erwachsene.

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